Wenn die Schadensursache überrascht

Riss in einer Rohrleitung als Schadensursache.

Im Rahmen der Kernsanierung eines Hauses wurde im Badezimmer die Duschwanne demontiert. Hierunter fand man eine Rohrleitung, die offensichtlich das Schmutzwasser vom Waschbecken wegführte. Ein Riss in dieser Rohrleitung ließ das Austreten von Wasser seit bereits längerer Zeit vermuten. Unterhalb der Rohrleitung befand sich nämlich ein Trägerbal­ken aus Holz, der so stark verrottet war, dass aufgrund dessen bereits die Gebäudestatik beeinträchtigt schien. Es wurde vermu­tet, dass das vermeintlich aus der Rohrleitung ausge­tretene Wasser diesen Schaden verursacht hatte. Die­ser Theorie entsprechend befand sich der Riss auf der Unterseite des Rohres, also dem Holzträger zuge­wandt. Der Eigentümer des Hauses, das den Schaden erlitten hatte, meldete den Schaden seiner Versicherung als Leitungswasserschaden. Diese lehnte allerdings die Ersatzpflicht ab, weshalb es zum Streit kam. Das Sachverständigenbüro Dr. Hövelmann & Rinsche wurde daher mit der Ermittlung der Schadensursache beauftragt.

Keine Wasserlaufspuren am Riss

Die Schadensursache war nicht ein Riss in der Rohrleitung.

Im Rahmen der Ermittlung der Schadensursache baute unser Sachverständiger das geschädigte Rohrstück aus und untersuchte es. Dafür wurde es in zwei Rohrschalen aufgetrennt. Die Rohrschale mit dem Riss ist die in der folgenden Abbildung rechts zu sehende Rohrschale. Auf der links zu sehenden Rohrschale sind dagegen deutliche Wasserlaufspuren zu sehen. Diese Rohrschale musste also die Rohrsohle gewesen sein, also die Unterseite, auf der das Schmutzwasser ablief. Die rechte Rohrschale war so­mit der Rohrscheitel, also die Oberseite. Daher konnte aus dem Riss im Rohr kein Wasser ausgetreten sein. Hierfür sprach auch, dass an der Außenseite des Rohres keine Wasserlaufspuren auszumachen waren. Der Riss wird vermutlich bei der Demontage der Duschwanne ent­standen sein.

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