Wasserschaden wegen Versprödung an Panzerschlauch

Wasserschaden wegen Versprödung an Panzerschlauch

In unseren Projektbeispeielen berichteten wir von Dr. Hövelmann & Rinsche - Sachverständige & Gutachter ja bereits über Panzerschläuche. Wir haben als Gutachter bereits eine Reihe von Wasserschäden bearbeitet, bei denen ein Panzerschlauch eine Rolle gespielt hat. Der hier vorliegende Fall ist aber in gewisser Weise kurios. Geschädigt wurde nämlich ein Wohnhaus, bei dem es zu einem Wasseraustritt im Badezimmer des Obergeschosses kam. Die Hausbesitzer waren verreist, als Nachbarn austretendes Wasser aus der Decke der Hauseingangs-Überdachung feststellten. Die herbeigerufene Feuerwehr entdeckte die Ursache dafür in einem undicht gewordenen Panzerschlauch im besagten Badezimmer. Der Schlauch diente zur Versorgung eines Waschtisches mit Wasser. Dabei stammte das Wasser aus der Warmwasser-Versorgung des Hauses. Der Panzerschlauch war dem Druck des Leitungswassernetzes ausgesetzt, wodurch nach dem Schadenseintritt eine erhebliche Menge an Wasser austrat. Aufgrund dessen überflutete das komplette Haus.

Risse im Schlauch aufgrund minderwertiger Materialien

Gegenstand der Begutachtung war es nun, die Ursache für die Undichtigkeit an dem besagten Panzerschlauch zu ermitteln. Ein Panzerschlauch besteht aus einem aus Gummi oder Kunststoff bestehenden "inneren" Schlauch, der mit einem Drahtgeflecht umgeben ist. Wegen des Drahtgeflechts ist der innere Schlauch nicht zu sehen. Für die durch unsere Sachverständigen durchgeführte Materialprüfung des Panzerschlauchs wurde das Drahtgeflecht an der Stelle des Wasseraustritts entfernt, so dass der innere Schlauch zum Vorschein kam. Dabei stellte sich heraus, dass aus dem Schlauch größere Stücke regelrecht herausgebrochen waren. Die mikroskopische Untersuchung hatte dann zum Ergebnis, dass mulitple Risse im Bereich der Leckagestelle vorhanden waren. Bei einer Knickung des Schlauchs brach dieser dann durch. Fasste man ihn an, zerbröselte seine Oberfläche. Der Schlauch war vollkommen versprödet und zwar auf seiner ganzen Länge. Es war somit nur eine Frage der Zeit bis zum Eintritt des Wasserschadens.

Die festgestellte Versprödung hätte nicht eintreten dürfen. Aufgrund dessen lag die Vermutung der Verarbeitung von minderwertigen Materialien nahe. Auffällig war auch, dass der Schlauch kein Prüfzeichen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) aufwies. Dies ist nach den technischen Regeln - vorliegend u. a. dargestellt durch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) in Verbindung mit der Verordnung über allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVB Wasser V) - eigentlich erforderlich. Es wurde also anders gesagt ein "no-name"-Produkt verwendet, was die dargestellten Folgen hatte.

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