Ultrafiltration zur Schwimmbadwasser-Aufbereitung

Ultrafiltration für die Wasseraufbereitung im Schwimmbad

In einem Krankenhaus werden mehrere Schwimmbäder bzw. Therapiebecken betrieben. Ein jedes Schwimmbad verfügt dabei über eine eigene Anlage zur Aufbereitung des Schwimmbadwassers. Im vorliegenden Fall wird das Schwimmbadwasser durch eine Ultrafiltration aufbereitet. Eine Ultrafiltration ist dabei ein Filtrationsverfahren, mit dem Mikropartikel wie Keime, Bakterien, Viren und Schwebstoffe aus dem Badewasser entfernt werden können. Das Badewasser strömt hier dabei durch rohrförmige Membranen, die einen Innendurchmesser von 0,9 mm haben. Sie werden auch Kapillarmembranen oder Hohlfasermembranen genannt. Die Membranen besitzen Poren (hier mit einem Durchmesser von ca. 0,2 µm), durch die das zu reinigende Wasser hindurch gepresst wird. Schweb­stoffe, Viren, Keime und Bakterien werden dabei im Inneren der Kapillare zu­rückgehalten, da der Durchmesser der Schwebstoffe usw. größer ist als der Porendurchmesser.

Belagbildung

Ein allgemeines Problem aller Membranfiltrationsprozesse ist die Belagbildung auf den Membranen. Die Beläge bestehen dabei zum Beispiel aus Stoffen, die das Wasser mit sich führt. Durch die Belagbildung werden auch die Poren in der Membran belegt, was den Wasserdurchsatz durch die Membran verringert. Aus diesem Grund sind die Membranen dann auch regelmäßig zu spülen und chemisch zu reinigen. Bei der hier begutachteten Ultrafiltrationsanlage wurde der geforderte Durchsatz an Badewasser aber trotz regelmäßiger Spülungen und Reinigungen nicht erreicht.

Pumpe falsch ausgelegt

Man befürchtete daher, dass sich im Badewasser Stoffe befinden, die einerseits die Membranen belegen, sich aber andererseits nicht mittels der konventionellen Spülungen und Reinigungsprozeduren entfernen lassen. Die Analyse des Membranbelags bewies diese Befürchtung jedoch als gegenstandslos. Es wurden keine Stoffe gefunden, die man sonst nicht hätte im Badewasser erwarten können. Die fehlende Leistung der Ultrafiltrationsanlage hatte also einen anderen Grund. Auch die Membranfläche war mit einem üblichen spezifischen Permeatfluss (Flux) ausreichend bemessen. Die Membranfläche bildet nämlich ein wesentliches Kriterium für die Durchsatzleistung einer Ultrafiltration. Die weitere Begutachtung unseres Sachverständigen ergab dann eine falsche Auslegung der Umwälzpumpe. Diese fördert das aufzubereitende Wasser im Schwimmbad durch die Ultrafiltrationsanlage. Durch die Belagbildung auf den Membranen entstanden jedoch Druckverluste. Die Umwälzpumpe war nicht in der Lage, diese Druckverluste in der Ultrafiltrationsanlage auszugleichen. Daher reagierte die vorliegende Umwälzpumpe wie alle Pumpen. Nämlich mit einer Reduzierung des hydraulischen Durchsatzes entsprechend ihrer Kennlinie.

<< zurück