Heizungsrohre ohne Längendehnungsausgleich

Heizungsrohre ohne Längendehnungsausgleich führten zu einem Wasserschaden

In einem mehrstöckigen Geschäftshaus ereignete sich eine Überschwemmung. Die offensichtliche Ursache war, dass Heizungsrohre im obersten Stockwerk durch eine Leckage Wasser verloren. Der Schaden war immens, da das Heizungssystem nicht leer laufen konnte. Die Heizungsanlage war nämlich mit einer automatischen Nachspeisung des Heizungswassers versehen. Aber wie konnte es zu dem Wasseraustritt kommen?

Rohrdehnungen nicht berücksichtigt

Bei der Begutachtung des Schadens richtete der Sachverständige und Gutachter von Dr. Hövelmann & Rinsche ein besonderes Augenmerk auf die Rohrleitungen. Diese waren für die Verteilung des Heizungswassers zu den einzelnen Heizkörpern mit Längen von bis zu 30 m verlegt. Hier fehlte allerdings der erforderliche Längendehnungsausgleich. Das ist ein Problem, denn Rohrleitungen werden im kalten Zustand verlegt. Wenn die Heizungsrohre dann beim Transport von warmem Heizungswasser erwärmt werden, dehnen sich die Rohrleitungen aus. Dies führt zu enormen Spannungen in den Rohrleitungen.

Zum Ausgleich von Längendehnungen können zum Beispiel Biegeschenkel oder Kompensatoren eingesetzt werden. Wenn dies nicht passiert, kann es - wie hier vorliegend - zu nicht unerheblichen Rohrdehnungen kommen. Die Begutachtung im hier behandelten Schaden ergab, dass die Rohrenden aus den Heizkörperverschraubungen herausgeknickt waren. Deshalb kam es dort zu Undichtigkeiten, die die Überschwemmung verursachten.

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