Geruchspunkt am Untersturzschacht

Geruchspunkt an einem Untersturzschacht

Bei der Entwässerung topografisch ungünstiger Geländeverläufe ist es üblich, Pumpwerke einzusetzen. Hierbei entstehen aber oftmals Abwassergerüche in der Kanalisation stromabwärts der Druckleitungsenden. Wenn kein Abwasser gefördert wird, kommt es in einer voll gefüllten Pumpwerks-Druckleitung zu anaeroben Abbauvorgängen. Diese sind der Grund für die unangenehmen Abwassergerüche. Anaerob-Bakterien vermögen es Schwefel zu reduzieren. Allerdings produzieren sie als Stoffwechselprodukt dabei Sulfid. Das Sulfid geht auch als Schwefelwasserstoff gasförmig im Abwasser in Lösung. Und genau dieser Schwefelwasserstoff ist sehr geruchsintensiv und gilt als die hauptsächliche Ursache für Geruchsprobleme in Zusammenhang mit häuslichem Abwasser.

Verwirbelungen von Schwefelwasserstoff

In einem speziellen Fall hatte die sich der Druckleitung anschließende Freispiegelleitung ein starkes Gefälle. Die Lösung stellte ein Untersturzschacht dar. Aufgrund einer starken Geruchsbelästigung an diesem Punkt der Kanalisation wurde ein Gutachten durch die Sachverständigen und Gutachter von Dr. Hövelmann & Rinsche in Auftrag gegeben. Die Begutachtung bestätigte den Untersturzschacht als Übeltäter. Da es sich um ein Mischwassersystem handelte, sprangen bei Regen die Entlastungsleitungen der Untersturzschächte an. Dadurch kam es zu Wasserabstürzen innerhalb der Schächte. Das abstürzende Wasser führte zu starken Verwirbelungen. Hierdurch bedingt vermochten die geruchsbildenden Stoffe - Schwefelwasserstoff - aus dem Abwasser auszustrippen. Aufgrund dessen wurde der Untersturzschacht zum Geruchspunkt.

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