Frostschaden trotz Frostschutzsicherung

Frostschaden trotz Frostschutzsicherung

In einer gewerblichen Küche wird zur Belüftung erwärmte Außenluft zugeführt. Diese wird in einer Belüftungsanlage aufgewärmt. Hierfür befindet sich in einem Luftkanal ein Heizregister. Dieses wird direkt mit Fernwärmewasser beheizt, welches eine Temperatur von 110 °C hat. Das Heizregister besitzt eine Frostschutzsicherung, die insbesondere für den stand-by-Betrieb der Lüftungsanlage gedacht ist. Denn dann wird das Heizregister nicht erwärmt. Das Fernwärmewasser im Register stagniert dann, was im Hinblick auf Frost immer schlecht ist.

Wasserschaden trotz Frostschutzsicherung

Eines Morgens fand man nun im Gebäude einen umfassenden Wasserschaden vor. In der Nacht wurde nämlich Wasserdampf durch den Luftkanal der Lüftungsanlage in die Küche und schließlich in die benachbarten Räume transportiert. Dort kondensierte der Wasserdampf und führte zum Wasserschaden. Was war passiert? Am Vorabend wurde die Lüftungsanlage in den stand-by-Modus geschaltet. Gleichzeitig herrschte in der Nacht eisiger Frost mit Außentemperaturen von bis zu -12 °C. Das (unbeheizte) Heizregister fror auf Grund dessen ein. Die Heizschlangen im Register platzten auf.

Die Ursache fand der Sachverständige von Dr. Hövelmann & Rinsche in der Frostschutzsicherung. An dieser war nämlich die Auslösetemperatur mit -5 °C falsch eingestellt. So erreichte das Heizregister Frosttemperaturen. Der Frostschutz schaltete sich nämlich erst bei Unterschreitung der Temperatur von -5 °C ein. Das zugeführte Fernwärmewasser taute das Heizregister ab - 5°C wieder auf. Da vorher das Heizregister aufgeplatzt war, trat dementsprechend durch die aufgeplatzten Stellen Wasser aus. Aufgrund des Druckabfalls beim Austritt aus dem Register verdampfte das Wasser jedoch. Der Dampf gelangte dann über den Luftkanal ins Gebäude, wodurch der Wasserschaden entstand.

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