Fernwärme-Probleme einer Biogasanlage

Fernwärme-Probleme einer Biogasanlage

Die Biogasanlage eines Abfallwirtschaftsbetriebes produziert elektrischen Strom und Abwärme. Die Abwärme soll dabei mit einer Leistung von 850 kW als Fernwärme genutzt und entsprechend ausgekoppelt werden. Bei der Fernwärme-Auskopplung dieser Biogasanlage traten allerdings Probleme auf. Beim Abnehmer der Fernwärme, einem Industriebetrieb mit einem hohen Bedarf an Wärme, kamen nur etwa 75 % der vereinbarten Lieferung an Fernwärme an. Hieraus ergab sich ein erheblicher Erlös-Verlust für den Abfallwirtschaftsbetrieb, da der Wärmeabnehmer vertragsgemäß nur für die tatsächlich gelieferte Fernwärme bezahlt. Die Wirtschaftlichtkeit der Biogasanlage war damit in Frage gestellt.

Anhaltspunkte lieferte der Druckausgleichsbehälter

Es war daher dringend zu untersuchen, was die Ursache für dieses Problem bei der Auskopplung der Fernwärme war. Grundlage für die durch uns durchgeführte gutachterlichen Untersuchung war zunächst eine komplette Systemanalyse und die Aufstellung einer Energiebilanz. Weiterhin waren die Anlagenkomponenten zu beurteilen. Hierzu gehörten zum Beispiel der Gasmotor und die Wärmetauscher. Aber auch der Fernwärme-Verteiler sowie die Pumpen und die Fernwärmeleitung wurden vom Sachverständigenbüro Dr. Hövelmann & Rinsche detailliert begutachtet. Des Weiteren war der Betrieb der Anlage zu analysieren. Hierbei wurde der Fokus insbesondere auf die Druckhaltung und die Entlüftung im Fernwärme-System gelegt.

Bei diesen Analysen zeigten sich Mängel und Anhaltspunkte, die Verbesserungspotenzial offenbarten: So war der Ausgleichsbehälter nur auf Druckausgleich eingerichtet. Vielmehr sollte dieser aber dem Druckausgleich und der Entlüftung in Kombination dienen. Zudem war durch einen Montagefehler die Bestimmung des Wasservolumens im Ausgleichsbehälter fehlerhaft. Hierdurch kam es zum Beispiel zu Problemen bei der Nachspeisung. Wegen Überfüllung platzte die Membran im Ausgleichsbehälter, weshalb es zu einem steten Lufteintrag ins System kam.

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